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24.07.23 - Fonyodliget

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So - ab jetzt ist alles anders.  Heute Morgen haben wir in Budapest unsere Sachen gepackt und sind bei 33° Außentemperatur in einem eher historischen Zug zum Balaton gerumpelt. Hier in Fonyodliget ist die Sonne dann genau in dem Moment verschwunden, als wir in den See gerannt sind. Und die Wetter-App sagt, dass sie erst in drei Tagen wieder bei uns sein wird, die liebe Sonne. Egal - der Balaton hält, was er verspricht: auch dreihundert Meter in seinem Innern reicht das Wasser nur bis zur Badehose. Wir werden diesen harmlosen, flachen See eventuell mit Ball-, Tretboot- oder Stand-Up-Paddling-Aktionen in ein aufregendes Gewässer verwandeln. Unser Häuschen hier in Fonyodliget ist sehr süß. Es ist recht windschief und überall gibt es lustige Ecken und Nischen zu entdecken. Die Hauptattraktion dürfte diese eine Treppenstufe sein, an die eine weitere Treppe angeschraubt ist und unter einem Bretterverschlag in ein Zimmer führt, das ausschließlich aus einer passgena...

23.07.23 - Margit-Sziget

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Am letzten Tag in Budapest, dem Wendepunkt unserer Fahrt von "anstrengend und inspirierend" zu "faul und nass" setzten wir uns einer kleinen Familien-Challange aus:  Nach dem sehr leckeren Hotel-Frühstück, das in der wohl seltsamsten Buffet-Reihenfolge Ungarns dargereicht wird (es sind zum Beispiel längere Fußmärsche von den Brötchen zur Marmelade oder vom Müsli zu den Sonnenblumenkernen in den Zeitplan einzurechnen) hieß es lediglich: Wir treffen uns um 13 Uhr am südlichen Ende der Margareteninsel und bis eins macht jeder seins. Ciao. Und siehe: um, naja, 13:08 sah man sich in froher Runde am anderen Ende der Stadt und erkundete anschließend die riesige Donau-Insel inklusive des rührend-sozialistisch anmutenden Musik-Springbrunnens, der ein Spektakel liefert, für das man im Friedrichstadtpalast viel Geld zahlen und viel Ballett über sich erhehen lassen müsste. Am Abend ging es dann essen - nur mal eben um die Ecke. Doch ach: hier...

22.07.23 - Buda und Pest

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Drei Tage Budapest sollen es sein. Nach der offiziellen Stadtführung gestern machten wir uns eigenständig auf den Weg, latschten, nachdem wir das in Bratislava ja schon so erfolgreich getan haben, nun auch hier in Ungarn über die Donau - zur Pest-Seite der Stadt, um dort angekommen Fotos von der Buda-Seite zu knipsen. Dann wieder rüber nach Buda ins Parlament. Einlasskontrolle wie auf dem Flughafen und dann immer streng in 25er-Grüppchen zwei Guides mit lustigem Hut folgen. Es sei 2018 die fünftbeliebteste touristische Attraktion Europas gewesen, hieß es am Eingang. Okay. Die Treppenhäuser waren prunkvoll und die Gänge beherbergten eventuell die fünftgrößte europäische Ansammlung güldener Aschenbecher. Die 1000 Jahre alte Krone ist wohl der wichtigste Gegenstand des Landes. Und wenn im Kronleuchter die Glühbirnen gewechselt werden, dann werden die Elektriker von oben durch die Decke gelassen und verrichten dort baumelnd ihre Arbeit. Der Mensch muss e...

21.07.23 - Budapest

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Drei Hauptstädte in 20 Stunden. Das hätten wir dann auch geschafft. Gestern noch kurz in Bratislava, dann eine letzte Nacht in Wien und heute dann nach Budapest. Es hieß also Abschied nehmen von Österreich, wo die Limo Gröbi heißt und die Schokoriegel Ela und Margot.  Hier in Budapest beginnt eine neue Urlaubs-Zeitrechnung ohne Gröbi und Margot. Hier duschen wir auch nicht wie in Wien vor einer Milchglasscheibe, die direkt ins Treppenhaus weist und interessierten Nachbarn täglich einen erotischen Schementanz bietet. Budapest ist insgesamt ein bisschen so wie Berlin. Hier ein bisschen schmuddelig, dort ein wenig stinkend, und insgesamt recht sympathisch. Im Supermarkt kann man sich Nudeln zapfen und da die nebenstehende Waage einerseits zwar ganz offensichtlich falsche Angaben machte, unsereTochter dieser jedoch andererseits ihr gesamtes Urvertrauen entgegenzubringen beteit war, zapfte uns Ella einen gigantischen Nudelsack, der uns hier gut durch die nächste...

20.07.23 - Bratislava

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So richtig viel "Wien" gibt es für uns gar nicht im Wien-Leg unserer Mitteleuropa-Tour. Heute zum Beispiel gab es den obligatorischen Tagesausflug nach Bratislava, nur 55 Kilometer entfernt. Zwei Hauptstädte so süß aneinander gekuschelt, dass man dabei sein mag. In Bratislava liefen wir zunächst durch die schöne mittelalterliche Altstadt, erklommen die Burg und gerieten dort für zehn Minuten in den eventuell einzigen Sprühregen unserer Reise, dem wir allerdings zusammengekauert in Schießscharten und ähnlichen mittelalterlichen Wehranlagen erfolgreich trotzten.  Anschließend gingen wir auf einer futuristischen Konstruktion (einer aberwitzigen Hängebrücke, die irgendwie nur an einem einzigen Mast baumelt, auf welchem zu allem Überfluss auch noch ein kreisrundes Restaurant in 95m Höhe aufgespießt ist und alle westlichen Architekten bis heute verspottet) rüber auf die Seite der Donau, wo der Sozialismus in froher Zahl deprimierende, eckige Wohngebilde in d...

19.97.23 - Schönbrunn und Prater

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Über unsere an sich sehr schöne Ferienwohnung im dritten Bezirk muss man nach zweieinhalb Tagen folgendes sagen: Der einzige Ort, an dem man hier bequem sitzen kann, ist weder das Sofa, in welchem der Hintern (wohl in Folge eines Sofa-Umfalls eines unserer Vormieter) ungelogen gute dreißig Zentimeter niedriger hängt als die Kniekehle, noch sind es die Sessel, deren Rücken-Service zwanzig Zentimeter unter dem deshalb stets angespannten Hals endet, nein - gut sitzen kann man hier nur in der Badewanne. Eine integrierte Stufe fungiert dort als prima Sitzgelegenheit, sodass man hier duschen kann wie auf den Fotos in den Sanitätshäusern. Es graut uns schon wieder vor dem Im-Stehen-Duschen der Otto-Normalversager. Heute ging es zunächst zum Schloss Schönbrunn. Zur Sisi und zum Kaiser Franz, dem Donauhecht. Dort, wo 1944 schon Ellas und Oscars Uroma und Uropa verliebt an der Treppe standen, taten wir es ihnen gleich. Das war ein leide...

18.07.23 Kreuzberg/Payerbach

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Heute war der offizielle Alpen-Tag des Urlaubs, denn wer in Österreich ist, muss mindestens einmal wandern. Die Reiseleiterin suchte ein Ziel aus, das auf etwa 1100m Höhe lag und somit für uns Flachland-Spezialisten ohne geeignetes Schuhwerk noch einigermaßen erreichbar schien und zudem den alles entscheidenden Namen "Kreuzberg" trug.  Allerdings hatten wir von gestern schon etwa 16km in den Knochen und selbst die eigentlich agilen und dynamischen unter uns jammerten schon beim Start in Payerbach: Ella beklagte ihr rechtes Bein. Sie könne es nicht beugen. Oscar dagegen bemängelte sein inkes Bein. Er könne es nicht strecken. Herrje. Diese tückische Kombination sorgte dafür, dass ein Kind beim Aufstieg, das andere beim Abstieg laut jaulte - näheres erklärt der Physiotherapeut. Der Vater des Wandertrupps zeigte sich mit dem jeweils leidenden Kind solidarisch und wimmerte leise mit.  15km Rundweg. Rauf auf 1100m und wieder runter au...