21.07.23 - Budapest

Drei Hauptstädte in 20 Stunden. Das hätten wir dann auch geschafft. Gestern noch kurz in Bratislava, dann eine letzte Nacht in Wien und heute dann nach Budapest.
Es hieß also Abschied nehmen von Österreich, wo die Limo Gröbi heißt und die Schokoriegel Ela und Margot. 
Hier in Budapest beginnt eine neue Urlaubs-Zeitrechnung ohne Gröbi und Margot. Hier duschen wir auch nicht wie in Wien vor einer Milchglasscheibe, die direkt ins Treppenhaus weist und interessierten Nachbarn täglich einen erotischen Schementanz bietet.
Budapest ist insgesamt ein bisschen so wie Berlin. Hier ein bisschen schmuddelig, dort ein wenig stinkend, und insgesamt recht sympathisch. Im Supermarkt kann man sich Nudeln zapfen und da die nebenstehende Waage einerseits zwar ganz offensichtlich falsche Angaben machte, unsereTochter dieser jedoch andererseits ihr gesamtes Urvertrauen entgegenzubringen beteit war, zapfte uns Ella einen gigantischen Nudelsack, der uns hier gut durch die nächsten Tage bringen wird.
Nach der Zugfahrt hierher, die erst ein wenig darunter litt, dass wahnsinnig viele Menschen zunächst vollkommen reglos im Gang standen, da sie im überbuchten Zug eh keine Chance auf einen Sitzplatz hatten, andere aber dadurch ihre reservierten Plätze nicht erreichen konnten, ließen wir uns durch die Stadt führen. 
Wir seien hier in Mitteleuropa, das wurde uns mehrfach gesagt. Man fremdele mit dem Osten und fremdele mit dem Westen. Und im Gegensatz zu früher, wo man immer jemanden die Schuld geben konnte, dass alles blöd ist - den Osmanen, den Habsburgern, den Nazis, den Sowjets - müsse man jetzt zum ersten Mal seit Jahrhunderten irgendwie selber klar kommen. 
Wir wünschen dabei viel Erfolg.

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