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31.07.23 - Nachtzug nach Berlin

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Einen halben Tag in Fonyodliget hatten wir noch. Faul lagen wir am See, ehe wir nach Budapest fuhren und uns dort nach viel Hin und Her auf einen gemeinsamen Nenner namens McDonald's einigten.  Das Schnellrestaurant am Bahnhof Nyugati ist in einer imposanten Halle untergekommen, in der theoretisch auch Abschlussbälle oder Jazzkonzerte stattfinden könnten. Hier aber: Burger und Fritten.  Bei der Bestellung lief - sagen wie es vorsichtig - nicht alles rund. Die Mutter tippte jedenfalls noch im Restaurant eine erzürnte Kundenbewertung ob ihrer kalten Burger, die sie nach einer energischen Protestrede ersetzt bekam, jedoch beim erzürnten Tippen der Bewertung erneut erkalten ließ.   Wir bestiegen schließlich den Nachtzug. Der vordere Teil wird morgen in Warschau ankommen, der mittlere in Berlin und der hintere in Prag - wundersame Nachtzugwelt.  Wir fuhren in Budapest mit einer strammen Verspätung los - gut für die zwanzig Menschen, die nach d...

30.7.23 - Fonyodliget

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Wir haben irgendwann mal die Treppe hier in unserem Häuschen erwähnt, an deren Mitte sich eine Abzweigug befindet, die wiederum durch einen kleinen Verschlag in ein Zimmer führt, das komplett mit einer an den Zimmergrundriss angepassten Matratze bestückt ist. Von diesem seither unbeachteten Zimmer tropfte es uns heute auf die Füße.  Das Fenster war auf,  als es in der Nacht schlimm regnete. Die Matratze: doll nass. Selbige aus ihrem passgenauen Zimmer herauszuoperieren, war nicht ganz einfach.  Irgendwann lag sie dann auf dem Wäscheständer wie ein toter Seehund. Der Regen des Vormittags verschwand, die Nachmittagssonne brütete und der Seehund trocknete und wurde vor dem Abendregen wieder in das passgenaue Zimmer gegossen. Aber wir merken irgendwie: schlechtes Karma. Wir reisen besser ab. Morgen Nachmittag schon nehmen wir den Zug, fahren nochmal nach Osten, nach Budapest und dann von dort über Nacht nach Berlin. Einen letzten Blog-Eintrag wird es ...

29.07.2023 - Fonyodliget

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Jetzt isses passiert: 16 Jahre nach der Eheschließung ist ein Ehering weg. Des Vaters Hand: blank. Die Kinder googleten, was das nun bedeutet. Nichts Gutes, um es kurz zu machen: Trennung, Scheidung und so. Dabei liegt der Ring vermutlich nur ein paar Meter entfernt von uns. Allerdings im schlammigen Boden des Plattensees. Während die Kinder im Netz den unguten symbolischen Deutungen des Ringverlustes nachgehen und diese ins Restaurant hinausposaunen, googlet die noch vollständig beringte Gattin nach dem Juwelier von damals. Es gibt ihn noch mitsamt seiner Marotte, die feilgebotenen Ringe nach wunderschönen Städten zu benennen: Padua, Ascona, Mannheim. Der Zorn der Gattin ist trotz des Recherche-Erfolges durchaus spürbar. Dass ihr Mann nun gutaussehend und sichtbar ohne Ring durch die Gegend spaziert, hier freundlich grüßt, dort keck lacht, kann ihr nicht egal sein.  Es war wohl "Padua". Und "Padua" wird entweder noch in den Ritzen des Bettes...

28.07.23 - Fonyodliget

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Eine Mängelliste zum Wochenende: 1) In unserer Duschkabine befindet sich intetessanterweise eine Steckdose. Früher war da wohl mal eine Klappe drüber, die fehlt aber. Wer wild duscht, und das tut in dieser Familie mindestens einer, der könnte bei gezieltem Wasserstrahl ins ungarische Stromnetz also durchaus über den berühmten Jordan gehen. Inzwischen haben wir da einen elekrischen Anti-Mücken-Stecker oder so reingetan. Der lag hier rum und sichert nun unsere Überlebenschance. Er blinkt nun im der Dusche vor sich hin. Es lag also wunderbarerweise Strom drauf auf der Steckdose in unserer Dusche. 2) Der Dobermann nebenan bellt sich von etwa 9:00 bis 10:00 die Dobermannlungen aus dem Dobermannhals. Herrchen interessiert das leider einen feuchten Kehricht. Sich beim Frühstück zu unterhalten,  ist nicht einfach. "Reden" tut nämlich der Köter von nebenan. Und er lässt andere Wortmeldungen nicht zu.  Wie schön wäre es, er wäre so ein verschwiegener Zeitgenosse...

27.07.23 - Fonyodliget

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Eieiei, dem Blog und diesem Urlaub gehen ein wenig die Themen aus, oder anders gesagt: Wir erholen uns. Was sind die heavy News des Tages? Das Wetter ist wieder sehr schön: weniger Wind und viel Sonne. Wir also kreischend in den See, doch ach: bibberkalt ist er geworden über Nacht. Wir also kreischend raus aus dem See. Der zweite Versuch am späten Nachmittag war besser. Der See legte temperaturmäßig eine Schippe drauf und da wir mittlerweile Eigentümer eines Schlagballspiels wurden, war das Jauchzen und Frohlocken einer Kreuzberger Familie bis ans Nordufer zu hören.  Am Abend haben wir gegrillt und dafür gesorgt, dass die Nachbarn die Wäsche reingeholt haben. Dichte Rauchwolken zogen durch die Straßen.  

26.07.23 - Fonyodliget

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Den zweiten und wohl letzten Tag des Ostsee-Wetters hier am Balaton haben wir souverän gemeistert.  Es war Markt im zweieinhalb Kilometer entfernten Fonyod. Die weibliche Familienhälfte latschte dorthin. "Fonyod", dies sagt unser Google-Translator heißt auf deutsch übrigens so viel wie "Dein Telefon". Am Bahnhof Fonyod hat ein ungarischer Spaßvogel einen Buchstaben hinzugefügt, sodass dort stand "Fronyod". Der Google-Übersetzer konnte schnell klären, ob aus "Dein Telefon" nun etwas Volksverhetzendes oder Vulgäres wurde. Ging eigentlich: "Fronyod" heißt "Dein Flaum" und dass wir solche Dinge hier in epischer Breite notieren, heißt, dass so richtig viel an einem 20°Grad-Tag mit Wind und Badeverbot nun auch wieder nicht passiert ist. Erst am Abend, als wir feststellten, dass die meisten Imbisse heute geschlossen sind, wurde es lustig. Eine der wenigen Optionen, noch satt zu werden,...

25.07.2023 - Fonyodliget

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Die Meinungen darüber, ob das gut oder schlecht ist, dass uns der Balaton in der Nacht und heute mit einem saftigen Unwetter begrüßt hat, gehen auseinander.  Ella findet es schrecklich ungerecht, die Eltern meinen: besser hier auf der überdachten hauseigenen Terrasse das Wind- und Wasserspektakel erleben und dazu Kaffee trinken als durchnässt durch eine mitteleuropäische Hauptstadt vor den Naturgewalten fliehen.  Und Oscar? Der hatte noch nie große Probleme mit Wetterereignissen, die ihn offiziell am Verlassen der eigenen vier Wände hindern. Der Vormittag verlief wie Urlaub in Scharbeutz: "Da hinten wird es wieder hell", log man sich an.  Alle zwanzig Minuten wechselte die Jahreszeit. Und immer, wenn sich die durchaus brütende Sonne mal gegen den trommelnden Regen durchsetzte, rannten wir die fünfzig Meter von unserer Terrasse in den See. Morgen soll es dann trockener, aber kälter werden. Scharbeutz-reloaded. Danach besteht aber Hoffnun...