20.07.23 - Bratislava

So richtig viel "Wien" gibt es für uns gar nicht im Wien-Leg unserer Mitteleuropa-Tour. Heute zum Beispiel gab es den obligatorischen Tagesausflug nach Bratislava, nur 55 Kilometer entfernt. Zwei Hauptstädte so süß aneinander gekuschelt, dass man dabei sein mag.
In Bratislava liefen wir zunächst durch die schöne mittelalterliche Altstadt, erklommen die Burg und gerieten dort für zehn Minuten in den eventuell einzigen Sprühregen unserer Reise, dem wir allerdings zusammengekauert in Schießscharten und ähnlichen mittelalterlichen Wehranlagen erfolgreich trotzten. Anschließend gingen wir auf einer futuristischen Konstruktion (einer aberwitzigen Hängebrücke, die irgendwie nur an einem einzigen Mast baumelt, auf welchem zu allem Überfluss auch noch ein kreisrundes Restaurant in 95m Höhe aufgespießt ist und alle westlichen Architekten bis heute verspottet) rüber auf die Seite der Donau, wo der Sozialismus in froher Zahl deprimierende, eckige Wohngebilde in die Landschaft erbrach.
Auf der Nachbarbrücke ging es über die auch nicht viel schönere Moderne Bratislavas zurück ins wunderbare Mittelalter der Stadt.
Dort liefen überall intelligente Menschen mit so Absolventen-Doktor-Hüten herum, die sie in den USA immer in die Luft schmeißen. In der Slowakei dagegen heben die frischgebackenen Absolventen ihre Hüte immer nur vorsichtig an und wischen sich darunter den zentimeterdicken Schweiß vom Kopf. Es muss ein zentraler Universitäts-Absolvententag gewesen sein, der auf slowakisch sicherlich mindestens genauso viele Buchstaben verschluckt wie unsere Umschreibung. Überall intelligente Menschen mit Hut und auch viele weniger intelligente, dafür aber sehr stolze Menschen mit Blumen zum den intelligenten Hut-Menschen-Gratulieren.
Den Bratislava-Abschluss bildete authentisches slowakisches Essen, kaltes Bier und warme Cola. 
Aber, oh weg: Von der lässigen, unfreiwillig arroganten Handbewegung, mit der Ella die arme Kellnerin zum Abräumen des Tisches animierte, spricht das arme Bratislava noch immer... no problem: morgen geht's nach Budapest.

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